Die unvollendete ägyptische Revolution
Mit einer Großkundgebung am 25. Januar begann eine Protestwelle, die in wenigen Wochen Präsident Mubarak aus dem Amt spülte. Der politische Umbruch kam für viele Zuschauer Anfang 2011 sehr überraschend. Der repressive und korrupte Staatsapparat hatte seit Jahrtausenden immer wieder Demonstrationen und Streiks hervorgerufen. Der Grund, warum es den Leuten möglich war, Mubarak zu stürzen, war eine Neuformierung der Protestbewegung.
Hierbei waren zwei gegensätzliche Entwicklungen von Bedeutung:
Auf der einen Seite wurde die wirtschaftliche und soziale Situation der jungen Leute zunehmend schwieriger. Mehr als die Hälfte der 20-24-Jährigen hatten keine Arbeit.
Auf der anderen Seite waren gerade die jungen Ägypter durch elektronische Medien wie Mobilfunk und Satellitenfernsehen immer besser informiert.
Gamal Mubarak versuchte, sich durch Allianzen mit wichtigen Unternehmerfamilien eine eigene Unterstützerklientel aufzubauen. Unter dem Deckmantel eines wirtschaftlichen Reformers machte er sich vor allem für die Geschäftsinteressen ägyptischer Großunternehmer stark, was allerdings den Konflikt mit dem Militär noch verschärfte. Hinzu kam, dass die USA ein gewaltsames Vorgehen gegen Demonstranten ausdrücklich missbilligten.
Zusätzliche Quelle: Die unvollendete Revolution in Ägypten