Neolithische Revolution

Die Neolithische Revolution ereignete sich im Neolithikum, der Jungsteinzeit. Diese Bezeichnung wurde 1936 von Vere Gordon Childe geprägt. Das Neolithikum begann etwa 9000 bis 8000 v. Chr. und dauerte etwa 6000 Jahre lang an. Sie endete etwa 2400 bis 1800 v. Chr. mit dem Beginn der Bronzezeit. Die Neolithische Revolution war eine der größten Revolutionen der Menschheit. Jäger und Sammler wurden zu Bauern und Hirten, sie begannen also mit dem Ackerbau und der Viehzucht.

Den Epochenwechsel diskutieren Forscher hinsichtlich des Aufkommens von Landwirtschaft unter zwei Gesichtspunkten:
1. der Entstehung (Neolithische Revolution) und der Verbreitung (Neolithisierung) der neuen Kulturgattungen und
2. den etwa zeitgleich entstandenen Viehzüchterkulturen

Im Zuge der Neolithischen Revolution entstanden neue Fertigkeiten, Techniken und Werkzeuge, die vorher unter dem unmittelbaren Überlebensdruck der Jäger nicht entwickelt werden konnten. neoAußerdem kam es zur Entwicklung der Keramik und der Weberei. Die neu entstandenen Aufgaben, Möglichkeiten und Fertigkeiten erforderten die Organisierung der Menschen. Sie hatten eine fortschreitende berufliche Spezialisierung zur Folge und führten zu einer sozialen Gliederung. Die Bevölkerung nahm stark zu, und außerdem begann der Handel mit Getreide, Tieren, Rohstoffen, aber auch Luxusgütern. Am Anfang der Neolithischen Revolution wurden erstmals Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte angebaut und Viehzucht betrieben, beginnend mit Schafen und Ziegen, später dann zusätzlich mit Rindern, Schweinen und Pferden.

Die Revolution breitete sich auf zwei Routen aus: Die eine führte über Kleinasien, Griechenland und den Balkan und weiter entlang der Donau bis nach Mitteleuropa, und die andere über Ägypten und Nordafrika zur Iberischen Halbinsel und nach Südfrankreich.

Richtung Osten breitete sich die Neolithische Revolution zeitlich versetzt ab 5000 v. Chr. bis zum Indus-Tal und zum Gelben Fluss in China aus, und von dort über ganz Südostasien. Statt der "westlichen" Getreidesorten wie Gerste und Weizen wurden hier Hirse und Reis angebaut.

In der Neolithischen Revolution veränderten sich auch die Bestattungsbräuche. Statt Gemeinschaftsgräbern in Megalithkammern gab es Einzelgräber mit Grabbeigaben, die auf den Glauben an das Fortleben nach dem Tod hindeuten. Sonne und Feuer wurden zum Mittelpunkt der religiösen Verehrung, und außerdem kam es immer häufiger zu plastischen Darstellungen von Tieren, Menschen und mischgestaltigen Lebewesen.

Quelle: Geschichte des Neolithikums